Die Tonleitern

Lektion 11 - By Gregory Widmer

Sicher haben Sie schon festgestellt, dass am Beginn der meisten Partituren direkt hinter dem Violinschlüssel Kreuz- und B-Versetzungszeichen stehen, die anzeigen, dass bestimmte Noten einen Halbton, d. h. eine Taste höher oder niedriger gespielt werden müssen. Warum?

 

In diesem Kapitel lernen wir, was dahinter steckt. Wir werden verstehen, warum Versetzungszeichen auftauchen und wie man sie verschwinden lässt. Beginnen wir mit einem Beispiel: „Bruder Jakob“, ein Abzählreim, den jeder kennt. Vielleicht können Sie ihn schon am Klavier spielen:

 

Bruder Jakob / Bruder Jakob / Schläfst du noch / Schläfst du noch?

c, d, e, c  /  c, d, e, c  /  e, f, g  /  e, f, g

 

Dieses Lied spielt man nur mit den weißen Tasten. Dementsprechend finden wir auch keine Versetzungszeichen neben dem Violinschlüssel:


C-Dur Tonleiter

Keine Versetzungszeichen


In diesem Lied verwendet man also nur die Noten „c, d, e, f, g, a, h“, die man zusammen C-Dur-Tonleiter nennt. Die anderen Noten werden nicht beachtet: „des, es, ges, as und b“.

 

Wir spielen unser Stück also in C-Dur, da wir nur die C-Dur-Tonleiter verwenden. Der Name leitet sich von der ersten Note in der Tonleiter ab.

 

Merken Sie sich, dass Sie beim Spielen eines Stückes die sieben Tasten der Tonleiter verwenden können, die anderen fünf Tasten sind verboten. „Verboten“ bedeutet, dass diese Noten im Musikstück falsch klingen.

 

Jetzt machen wir eine kleine Übung: Was passiert, wenn man jede Note der Melodie von Bruder Jakob auf der Klaviatur um eine Taste nach rechts rückt? Bleibt die Melodie gleich? Werden wir das Lied wiedererkennen? Probieren wir's aus!

 

Ursprüngliche Melodie:

c, d, e, c / c, d, e, c / e, f, g / e, f, g

 

Melodie, nachdem das Stück um eine Taste nach rechts gerückt wurde:

des, es, f, des / des, es, f, des / f, ges, as / f, ges, as



Spielen Sie diese Melodie am Klavier, Sie werden sehen, dass man das Stück wiedererkennt. Wir kommen also zu der Schlussfolgerung, dass solange man alle Noten um die gleiche Tastenzahl ändert, die Melodie erhalten bleibt, lediglich die Tonart wechselt. Schauen wir uns die neue Melodie etwas genauer an:

 

Melodie, nachdem das Stück um eine Taste nach rechts gerückt wurde:

des, es, f, des / des, es, f, des / f, ges, as / f, ges, as

 

Erinnern Sie sich daran, dass die Verwendung der Noten des, es, ges und as verboten war? Warum dürfen wir sie hier benutzen? Ganz einfach, weil wir durch die Erhöhung aller Noten um einen Halbton die C-Dur-Tonleiter verlassen haben. Jetzt haben sich die verbotenen Noten geändert.

 

Wenn wir aber nicht mehr in der C-Dur-Tonleiter sind – in welcher sind wir dann?

Wir haben sämtliche Noten um eine Taste nach rechts gerückt, d. h. die Noten der Tonleiter sind von „c, d, e, f, g, a, h“ nach „des, es, f, ges, as, b, c“ gerückt. In Wirklichkeit befindet sich das Stück nicht in der C-Dur-Tonleiter, sondern in einer anderen, komplexeren Tonleiter – der Des-Dur-Tonleiter (oder Cis).

 

Tonleiter Violinschlüssel Verwendete Tasten
0 C c, d, e, f, g, a, h
+1 Cis/Des des, es, f, ges, ais, b, c

Video

 

Jetzt wissen Sie, wieso man einige Partituren mit Kreuzen oder b spielen muss! Warum aber verkompliziert man Musikstücke derart? Genau das wollen wir nicht! Wir machen jetzt das Gegenteil. Wenn man die Tonleiter kennt, in der ein Stück gespielt wird, kann man es auch vereinfachen, indem man diese Tonleiter durch eine leichtere ersetzt.

 

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